10 Minuten oder den Kopf frei bekommen

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10-Minuten-Schreiben. Eine Methode den ganzen Mist, der in meinem Kopf derzeit so rumschwirrt mal rauszubekommen. Hab ich kennengelernt durch ein Video von Vera F. Birkenbihl und soll Goethe schon in abgewandelter Form angewandt haben. Es funktioniert tatsächlich, auch wenn gelegentlich echter Kauderwelsch dabei auf“s Papier kommt. Ich war nie ein Schreiber, aber wenn’s hilft die Angst für eine kurze Zeit loszuwerden und etwas Klarheit zu bekommen, dann probiere ich alles mögliche mal aus.

Denn das ist mein Thema: Angst! „Gesegnet“ mit einer Angststörung durchzieht diese Gefühl weite Teile meines Lebens. Es ist nur so, ich habe keine Lust mehr ständig ängstlich und panisch zu sein, gerade in Zeiten in denen dieses (eigentlich so wichtige) Gefühl so massiv ausgenutzt wird, um Menschen zu lenken und zu manipulieren. Desshalb ist jede Methode, die hilft und die einem nicht noch weiter schadet, ungeheuer wichtig.

Ich mache mir Sorgen, was gerade mit dieser Welt, in die ich hineingeboren wurde passiert, um mich und um andere. Der Einfluss, den ich auf die Geschehnisse nehmen kann ist gering, ich fühle mich so oft ohnmächtig und kann nur mit dem Kopf schütteln ob der Dinge, die passieren. Wie also kann man Widerstand üben (außer auf die Straße zu gehen)? Die einzige (langfristige) Möglichkeit, die ich für mich persönlich sehe, ist, mein Leben zu ändern. Schritt für Schritt. Meinen Konsum zu ändern, mein Denken und somit auch mein Handeln. Mich zu reduzieren, Minimalismus zu üben und mit Menschen in Kontakt zu treten, die ähnlich denken.

Ich möchte die Zeit vor Corona nicht zurück, denn da ging es mir schon alles andere als gut. Ich möchte meine Freiheit zurück, auch wenn die vielleicht eine andere Gestalt hat als noch vor 5 Jahren. In den jetzigen Zeiten und Geschehnissen liegen auch unheimliche Chancen zum Nachdenken, um sich mit Dingen auseinanderzusetzen und zukünftig bestimmte Sachen anders zu handhaben. Auch den Umgang mit meinen Ängsten, sie sind ein Teil meines Seins und wollen mir etwas sagen, wenn ich bereit bin ihnen zuzuhören.

Wähle deine Reaktion!
  • Hallo liebe Witch, mir geht es genauso. Obwohl ich mittlerweile erkannt habe, dass meine Angststörung und Depression eine körperliche Ursache haben. Früher habe ich mich schuldig gefühlt, irgendwie wurde einem von Zeitschriften, Büchern und Umwelt signalisiert, du denkst zu negativ, du liebst dich nicht genug, du hast keine Freude an kleinen Dingen. Aber so war es bei mir nicht. Dann habe ich leider sehr spät die Ursache festgestellt, ich habe einen Gen-Defekt und dadurch waren so wenige Nährstoffe für die Bildung von Glückshormonen da. Mein Leiden wäre vermeidbar gewesen, wenn die Krankenkasse die Krankheit anerkannt hätte. Wenn man nicht durch äussere Umstände eine Angststörung und Depression hat, würde ich Dir raten, nicht zuviel in Deine Ängste hinein zu interpretieren, sondern als das zu sehen, was sie sind, Begleiterscheinung einer Krankheit. Ich habe mir nie Ratgeber gekauft, wie werde ich glücklicher und zufriedener, alles nur Geldverschwendung. Auch in dieser Hinsicht werden viele chronisch Kranke betrogen, nicht nur das uns nicht qualitativ geholfen wird, sondern uns wird noch eingeredet mit Schuld zu sein.

    • Danke für deine Worte. Körper bedingt die Psyche und die Psyche den Körper. Über die Schuld bin ich hinweg, genauso über die Minderwertigkeitskomplexe. Mürbe macht derzeit, dass, wenn ich eine angstbesetzte Situation hinter mir habe, quasi die nächste schon auf mich wartet, zumal diese meist von außen induziert sind. Daher Rückbesinnung auf das, was mein Leben ausmacht und nur Energie in Sachen stecken, auf die ich auch tatsächlich einen Einfluss habe.

      • Mit den angstmachenden Ereignissen habe ich auch täglich zu kämpfen, und wie Du versuche ich mich, auf andere Sachen, bei mir Natur und Tiere, zu konzentrieren. Schade, dass wir keinen realen Ort auf der Welt, für uns haben.Nun ich bin dankbar, dass es dieses virtuelle Netzwerk gibt, um zu sehen, ich bin nicht alleine.

  • So viele Menschen fühlen gleich. Die in den vielen letzten Jahren entstandene Ohnmacht der gefühlten Hilfslosigkeit, macht einen gerade zu krank – im wahrsten Sinne des Wortes. Der Umgang mit Angst ist sehr vielseitig. Wichtig ist, sich seiner Angst zu stellen und sich bewusst werden, dass das Gefühl bzw der Zustand Angst, nur ein Teil meines Ich’s ist, dass Angst aus mir herausspringt, sozusagen. Sie ist also ein Teil von mir und was ein Teil von mir ist, kann und darf mich nicht im Ganzen lähmen, behindern oder über meine Entscheidungen entscheiden. Du bist eine sehr mutige Person, denn du stellst dich der Angst und du schreibst darüber (Mutig zu sein bedeutet für mich, sich seiner Angst zu stellen und diese zu überwinden).
    Für mich habe ich mir immer die Frage gestellt (nach einer langen Zeit der eigenen Reduzierung), ob ich auf die Welt gekommen bin, um mich zu reduzieren. Meine Antwort (nach langer Zeit) lautete ganz klar: Nein! Die Natur und das Leben haben mir nicht das Leben geschenkt, damit ich reduziert leben. Also habe ich ein Feld im Leben gesucht, wo ich mich voll entfalten kann und siehe da, es war mein Leben selbst. So habe ich mich in vielen unwichtigen Dingen reduziert und in mir selbst und meinem unmittelbaren wohlwollenden Umfeld, entfaltet – oder besser gesagt, ich bin gerade dabei mich zu entfalten. Liebe Witch, ich weiß wohl, dass meine Worte eben nur Worte sind und nicht für jeden Menschen die gleiche Bedeutung oder Kraft haben. Doch lasse dir gesagt sein, dass wenn ein Mensch die Kraft hat, seine Angst und vermeintliche Schwäche ins Außen zu tragen, er vor dem Leben keine Angst haben muss. Egal wieviel Angst von Außen geschürt wird. Das Leben hat dich gewollt, in all deiner Schönheit, Einzigartigkeit und Vielfältigkeit. Lebe dein Leben – abseits der von Außen befohlenen Welt. Es ist nicht einfach, wird aber mit jedem Schritt einfacher… Danke für deine Zeilen, sie sind wertvoll!

    • Danke für die aufbauenden Worte. Och, entfalten tue ich mich auch, hauptsächlich geistig. Mit reduzieren meine ich eher materielles bzw. mich von Aktivitäten zu verabschieden, die ich früher gerne gemacht, aber dank Corona für mich nur noch ein Krampf sind wie Konzertbesuche. Derzeit bin ich des Mutigseins ziemlich müde. Das einziges was hilft ist, mich zu einem zurück zu ziehen und mich nur am Rande mit Dingen zu befassen, auf die ich eh keinen Einfluss habe.

      • Viele Menschen können darüber dankbar sein, dass die Maßnahmen der Corona-Regierungen dazu geführt haben, dass das Leben einfacher, langsamer und nicht so hektisch gelebt wird. Vieles aus der propagandierten must have Consum-Gesellschaft ist nur Ballast und eine Art Schmiere für den freien Blick aufs Leben. Die geistige Entfaltung finde ich fast wichtiger, als die Körperliche. Man stellt nach einer Zeit der Erweiterung seines Bewusstseins oder seines Geistes fest, dass die körperliche Entfaltung viel einfacher zu haben ist, als in der „alten“ Zeit. Liebe Witch, zum Schluss möchte ich doch etwas „gluck schei..en“, schmunzel. Du hast auf alles Einfluss, was dein Leben betrifft. Das ist so wahr, wie das Leben selbst. Herzvolle Grüße

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