dezentrale Blockchain-Bezahlsysteme: Ausweg oder Sackgasse?

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Jeden von uns beschleicht ein ungutes Gefühl, wenn man über das gegenwärtige Finanzsystem nachdenkt. Die Gründe dafür liegen auf der Hand:

  • ausufernde Gelddruckorgien durch die Zentralbanken dieser Welt
  • ausufernde Verschuldungen
  • Null- bzw. Minuszins-Politik
  • steigende Inflation
  • laufende Einschränkung der Anonymität (Stichwort: ‚Gläsener Kunde‘)

Und das Rad dreht sich immer weiter; die Frage ist nicht, ob das Schuldgeldsystem zusammenbrechen wird, sondern wann.

Doch wo liegt die Lösung dieses Problems?

Man stelle sich vor, es gäbe eine Alternative mit folgenden Eigenschaften:

  • die Schaffung der Geldmenge erfolgt nicht durch menschliche Entitäten, sondern durch einen unveränderbaren mathematischen Code, der öffentlich einsehbar ist
  • die Geldmenge ist von vornherein nach oben begrenzt
  • die Zahlung erfolgt ohne dazwischengeschalteten Intermediär wie eine Bank oder Kreditkarten-Unternehmen; A bezahlt B direkt
  • jeder Mensch auf der Welt hat Zugang zu diesem System (Internetanschluss vorausgesetzt) – eine aufwändige Identitätsprüfung (KYC-Verfahren) entfällt

Ob, wie und wann ein solcher ‚Paradigmenwechsel‘ stattfinden wird, ist natürlich spekulativ – das althergebrachte System wird mit aller Macht am Status Quo festhalten wollen. Fakt ist jedoch, dass diese Alternative in verschiedenen Ausprägungen bereits existiert.

Zumindest lohnt es sich meiner Meinung nach, über diesen Lösungsansatz nachzudenken, sich zu informieren und sich ein eigenes Urteil zu bilden ….

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  • Vorausgesetzt Computer, vorausgesetzt Strom, vorausgesetzt Internet.
    Zu viele Voraussetzungen.
    Und mit einem Quantencomputer auf der Hackerseite war’s dann mit Sicherheit.

    • Diese Voraussetzungen muss das gegenwärtige Finanzsystem auch erfüllen; ebenso wie alle zukünftigen – und ein Handy erledigt diesbezügliche Aufgaben ebenso gut wie ein Computer.
      Zum Quantencomputer: es ist doch das altbekannte Hase-und-Igel-Spiel … so gibt es bereits schon quantensichere Blockchains. Und ob das jetzige System dann sicherer wäre, möchte ich stark bezweifeln.

    • Das soll praktisch sein?
      Die spontane Entwicklung eines Geldsystems auf das älteste Geldsystem? In einem Gebiet wo es zufälliger Weise Gold als Rohstoff in der Erde steckt? Bei Gold hat man das alte Dilemma des Transportes und der Eichung. Das mag in dem kleine südlichen Teil eines Landes funktionieren. „Nach Augenmaß“ wird entschieden ob 3 Plättchen für eine Haarschnitt reichen oder nicht. Das ist nicht praktisch und öffnet alle Pforten zur Gier und Gewalt. Tut mir Leid, aber die Flucht in Währungen der Nachbarländer oder die „Rückbesinnung“ auf Gold als Geld ist nicht praktisch. Und ich bin ein großer Fan von Gold, aber nicht als tägliches Geld.

  • Vollkommen egal, was wir tun. Über „neue“ Wege des Finanzsystems nachzudenken ist herumdoktorn an Symptomen menschlicher Unzulänglichkeiten. Die im Menschen angelegten Ursachen werden nicht bekämpft. Würden die Ursachen bekämpft bzw. in Achtsamkeit erkannt und angenommen und somit auch gleichzeitig entkräftet, bräuchten wir im 21. Jahrhundert gar kein Geldsystem mehr. Der Mensch hat sich nur, entgegen aller landläufigen Behauptungen, schlicht überhaupt nicht weiterentwickelt (kann er meiner Ansicht nach auch fast gar nicht), weshalb wir die Urprobleme von entstehender Abhängigkeit und Ungerechtigkeiten durch Geldsysteme nicht ändern werden. Es ist vollkommen egal, mit welchen Mitteln wir zahlen, ob mit Gold, mit Scheinen und Münzen, mit digitalem Bankengeld oder mit Kryptos, das ändert gar nichts. Solange die Angst vor einem „zu wenig“, und die Gier von einigen wenige gepaart mit Kontrollzwängen und Gotteskomplexen nicht bekämpft ist, wird jedes Geld-/Währungs-/Bezahlsystem über kurz oder lang das gleiche Resultat liefern.

    • Der Mensch ist wie er ist: ein ambivalentes Wesen. Er hat seine Natur – und diese ‚verbessern‘ zu wollen, hat in der Vergangenheit immer in den Abgrund geführt.
      Ein neues, anderes Finanzsystem sollte nicht dem Zweck dienen, irgendeine illusorische Vorstellung von Gerechtigkeit zu verwirklichen. Da Menschen höchst unterschiedlich veranlagt und sozialisiert sind, wird es immer so sein, dass einige mehr besitzen als andere.

      Der Nutzen sollte eher darin bestehen, dass in einem neuen System diejenigen, die sich heute unlauterer Mittel bedienen, um ihre Mitmenschen auszubeuten, eben dieser Mittel beraubt werden.

      • Da gehört aber mehr zu als nur das Finanzsystem, auch mit Unterstützung von IT.
        Hier sind ganz andere Lebenseinstellungen gefragt.
        Ansonsten hast du schon recht mit der Ausbeutung durch ‚unlautere‘ Mittel.

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