Gemeinsam alt werden

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Gerade in dieser Zeit, anstrengend, schwer, dunkel und sehr menschenverachtend, liegt es an uns, wie wir damit umgehen.
Corona hat in den letzten 2 Jahren so viele Familien, Ehen und Partnerschaften sowie auch Freundschaften zerstört, weil es zu einer Glaubensfrage erhoben wurde.
Glaubst du das was ich glaube oder bist du mein Feind?
So wurde nur allzu oft gelebt und danach gehandelt. Kaum bekommen wir diesen Wahnsinn in den Griff, wird schon die nächste Glaubensfrage durch die Stadt getrieben und wieder scheitern oben genannter Personenkreis an dieser.
Glaubst du was ich glaube, oder bist du mein Feind?
Was vergessen wurde und auch heute vergessen wird, ist, dass man mit dem Herzen viel besser sieht als mit den Augen.
Haben wir nicht alle unserer Liebe zu unseren Eltern oder Kindern, zu den Geschwistern oder Freunde und nicht zuletzt unserem Partner, egal ob Mann oder Frau, im Herzen verankert und daran geglaubt, dass auch wir geliebt werden?
Wie kann es also sein, dass wir gerade diese Menschen von uns wegstoßen, mit den unschönsten Begriffen verletzen und uns abdrehen?
Meine Großeltern, meine Oma Herta Scholl, 1897 zur Welt gekommen, mein Opa Lui Otto Scholl, 1900 zur Welt gekommen, liebten sich, seit sie Kinder waren. Sie durchlebten 2 vernichtende Weltkriege (in beiden war Opa Soldat),  erlebten Umstürze und Staatsarmut, versteckten Juden und „Halbjuden“ bei sich zuhause und an anderen Orten, halfen Kriegsgefangenen um welche sich mein Großvater kümmerte (einiges an Dankesbriefen und Portraits als Dank dafür liegen und hängen an der Wand), während Oma daheim mit 3 gezeugten  Kindern und den Versteckten, klar kommen musste.
Später zogen sie mit meinem Vater 3 Enkelkinder mit auf und kümmerten sich, egal was außen passierte, rührend um uns. Meine Oma war 75 als ich als Baby/Kleinstkind zu ihnen kam und versorgten mich in jeder Minute, da ich tot krank war. Nebenbei lief die Erziehung meiner Geschwister, der Garten, das bisserl Vieh und so vieles mehr.
60 Jahre waren sie verheiratet, als der erste von ihnen verstarb und ein Jahr später meine Oma ihrem geliebten Manne folgte.
Armut, Wirtschaftskrisen, Krieg, Krankheiten, Gesellschaftsspaltung, Angst vor Verfolgung und Tod durchlebten sie gemeinsam ebenso, wie die glücklichen und unbeschwerten Jahre, als der 2. Weltkrieg endete und Deutschland wieder aufgebaut wurde.
Glaubt ihr im Ernst, dass sie sich, von einem System gewollt, getrennt hätten, ihre Familie oder die Nachbarn und Freunde von sich gewiesen hätten, nur, weil Hetze betrieben wird und die Lüge lebt?
Sicher nicht!
Hans und Sophie, meine Großeltern, mein Vater und meine Mutter sehen sicher ganz genau zu uns und achten wohl darauf, dass wir nicht den Weg der Wertigkeiten, der Wahrhaftigkeit und der Verantwortung zu unseren Mitmenschen, verlassen.
Ich bin sicher, sie helfen uns und wenn es mit Besuchen in den Träumen oder in unseren erlebten Emotionen ist. Sie sind da!
Ich möchte euch mit diesem klitzekleinen Ausflug zu meiner Ursprungsfamilie nur aufzeigen, dass es keinen Grund gibt, die geliebten und geachteten Menschen von sich zu weißen und sich von ihnen zu trennen. Wenn sie gehen, bitte schön. Auch das  haben meine Großeltern erlebt und überlebt.
Warum ich obiges und meinen „alten Text“ (folgend) schreibe und veröffentliche, hat den Grund im abschließenden eingebetteten Bild gefunden. Diese Zeilen erinnern in schwerster Stunde, wer wir sind, was wir sind und wie wir leben sollten.
Herzlich, Humanistisch, menschlich, barmherzig,
liebend, verzeihend, ganzheitlich.
Mein Text:
Gemeinsam alt werden ist kein Sprint. Gemeinsam alt werden ist ein Marathonlauf.
Gemeinsam alt werden bedeutet, dass es eine Zeit gibt, in welcher man auch mal schwächelt, gefühlt nicht mehr weiter kann.
„Ich möchte dir die Zeit geben, dich dir selbst zuzuwenden, dich auszuruhen.
Das brauchst du dringend, sagt mir mein Gefühl. Lass uns unseren Marathon gemeinsam zu Ende laufen“.
Das sind mit die schönsten Worte, welche ein Mensch hören kann.
Es ist eine Liebeserklärung an den Menschen.
Es ist eine Liebeserklärung an die Freundschaft.
Es ist eine Liebeserklärung an einen gemeinsamen Weg.
In diesem Satz liegt so viel Wärme, Zuversicht, Glaube, Hoffnung, Geduld, Verständnis, Hilfsbereitschaft und vor allem Liebe.
Diese Zeilen sollte jeder im Gepäck haben, welcher eine aufrichtige Partnerschaft leben möchte. Ganz gleich, ob als Freund oder als Lebenspartner.
Gemeinsam alt werden, ist mehr als nur das flüchtige Zusammenfügen und Abgleichen von Erwartungen. Gemeinsam alt werden, ist tiefe Liebe in jeder Form.
Text und Bild zum Beitrag © 2015 Monsieur P. / Peter Scholl
Orleander’s Art
(Inspiriert von meinen Großeltern)
Bild im Beitrag: Netzfund
So geht das!
Liebe ist die stärkste Macht
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