Im eigenen Saft

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Was ich mir schon länger denke, ist, dass ich mich ständig mit Impfpflicht-Gegnern in einer Blase befinde, in der wir uns gegensietig in unserer Meinung bekräftigen.
Bei den wenigen Kontakten zu Impfpflicht-Befürwörtern ist es so, dass ich sie meide und wenn es zu einem Zusammentreffen kommt, das Thema Corona tunlichst vermieden wird. Nun lese ich jetzt auch in den Mainstream-Medien (verspätet) darüber: https://science.orf.at/stories/3203009/

So kann das wohl nichts werden, wenn jeder in seiner eigenen Blase bleibt und den Stress vermeidet, die Blase zu verlassen. Das gilt natürlich für beide „Seiten“.
Ich sehe das aber mittlerweile etwas anders. Das ganze hat solange gegolten, solange es noch keine Impfpflicht gab. Da konnte man nach belieben für oder gegen die Impfung sein, in seiner Blase bleiben oder rausgehen.

Jetzt ist das nicht mehr so, denn die eine Blase hält sich plötzlich für berechtigt, die andere Blase für illegal zu erklären, anstatt sich über die Verhältnismäßigkeit Gedanken zu machen (auch hier schreibt die Mainstream-Presse was dazu: https://kurier.at/meinung/gastkommentar/in-die-pflicht-genommen/401895614).

Deshalb hab ich jetzt keine Lust mehr, aus meiner Blase rauszugehen und in der anderen Blase irgendwelche Aufklärungsarbeiten zu leisten, weil damit bei mir der „Spaß“ vorbei ist und eine rote Linie überschritten ist. Für mich ist das jetzt nicht mehr eine Frage von 2 unterschiedlichen Meinungen, sondern von unterschiedlichen Weltanschauungen, die hier zu tage treten.

Mir bleibt nur mehr die Möglichkeit, abzuwarten, bis die andere Blase zerplatzt. Aber selbst dann werde ich denen diese Weltanschauung „Ich habe kein Problem damit, andere Leute zu einem körperlichen Eingriff zu zwingen“ nacher trotzdem nicht verzeihen können und somit werde ich mich nachher immer noch in meiner eigenen Blase wiederfinden und die werden nachher immer noch die Mehrheit sein, mit denen ich nichts zu tun haben will.

Und obendrein können die jederzeit wieder mit sowas kommen. Niemand hält sie davon ab,  als nächstes die Raucher oder Übergewichtigen oder andere Schuldige zu körperlichen Eingriffen zu zwingen, weil die belasten auch das Gesundheitssystem oder sind einfach jetzt auch dran.

Keine rosigen Aussichten.

Wähle deine Reaktion!
  • So fühle ich mich auch. Ich bin aber immer noch in der Phase, kann ich ihnen verzeihen, soll ich sie fallen lassen? Weil Menschen sind vielschichtig, vielleicht würde ein Impfbefürworter für mich sein Leben riskieren, vielleicht mir in einer Notsituation beistehen, und ein Impfgegner nicht? Dieses Thema finde ich schon lange interessant, wer von meinen Bekannten oder Verwandten würde mir in einer gefährlichen Situation beistehen. Ich verstehe auch den Zusammenhalt und die tiefe Freundschaft, die zwischen Soldaten, Polizisten, Feuerwehrmännern entstehen kann, weil sie erkannt haben, auf wen sie sich hundert Prozent verlassen können. Eine sehr gute Serie aus Dänemark: Wenn die Stille einkehrt. Auch hier wird das Thema angeschnitten, wie reagieren Menschen in einer Gefahrensituation.
    Ich weiß, dass wolltest du mit deinem Blog nicht ausdrücken. Ich möchte nur eine Anregung für eine andere Sichtweise geben.

    • Ja, Speziella, das ist tatsächlich eine andere, aber nicht unwichtigere (!) Sichtweise. Wenn jeder sich in seiner eigenen Blase „verbarrikadiert“ und sich komplett abschottet, dann wird er auch viel Gutes hinter sich lassen müssen. Und genau mit dieser Entscheidung werden wir uns konfrontieren müssen, wenn es dann ernsthaft darum geht, uns aufzuspalten. Im Moment schwimmen noch alle Blasen in einem großen Pool unserer „demokratischen“ und „rechtstaatlichen“ Gesellschaft. Nur hebt die große Blase im Moment gerade diese Bedingungen für alle anderen kleinen Blasen auf. So stehen wir, in unserer kleinen Blase, vor der Entscheidung, die „Neue Normalität“ entweder so unter den neuen Bedingungen zu akzeptieren oder den Pool zu verlassen. Und sollten wir uns für zweiteres entscheiden, dann werden wir uns von Vielem verabschieden müssen. So sehe ich das zumindest für mich. Es ist für mich die Entscheidung, diese Gesellschaft zu verlassen. Und damit auch die Sicherheit die diese große Gesellschaft bietet.
      Wobei ich noch anmerken möchte, dass ich auch sehr gute Freunde habe, die sich außerhalb unseres Pools (also des Pools Deutschland) befinden und das wiederum gibt mir Hoffnung, dass eine gewisse Verbindung zu Zugehörigen anderer Blasen auch dann noch möglich ist, wenn ich mit meiner Blase den Pool verlasse. Das ist dann so ähnlich wie Staaten untereinander diplomatische und freundschaftliche Beziehungen haben können.

      • Genau, wie treffend Deine Bezeichnung diplomatisch, weil wenn ich alle vor den Kopf stoße Nachbarn, Chef, Arbeitskollegen mache ich mir mein Leben nur unnötig schwer.

      • Dazu kommt ich bin selbst nicht ohne Fehler, es gibt ein sehr treffendes Sprichwort: Wer in einem Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Oder das Bibelzitat: Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.
        Wenn die Globalplayer zum Beispiel nicht die Impfung als Werkzeug genommen hätten, sondern den Weg für Rassismus geebnet hätten. In den Zeitungen groß über Straftaten von Ausländern berichtet, den Nationalstolz hervor gehoben. Obwohl ich einige Hintergründe kenne, dass Flüchtlinge ihr ganzes Vermögen oder sogar das Vermögen von Familie, Freunde und Nachbarn brauchen, um die Schlepper zu bezahlen, hätte ich nicht gegen die Maßnahmen zum Rücktransport von Flüchtlingen protestiert. Meine Freundin (Impfling, Lauterbach-Fan) und ich würden noch am selben Strang ziehen. Ich schäme mich dafür, aber ich fand den Ex-Kanzler Kurz damals in der Flüchtlingskrise sympathisch und hätte ihn gern als Kanzler für Deutschland gehabt.
        Mittlerweile merke ich, dass besonders gutaussehende Männer (Schwiegermutters-Lieblinge) von der WEF-Sippe an die Macht gebracht werden. z.B. Trudeau, Marcon, Kurz. Für manche Staaten (BRD) finden sie keine passenden Schönlinge :-). Nein, mir ist klar, es spielt eher das Wählerverhalten eine Rolle z.B. skandinavische Länder haben scheinbar mehr Vertrauen in Frauen.

        Damit möchte ich sagen, ich habe kein Recht, die Impfbefürworter zu verurteilen.

    • Beim Schreiben dieser Zeilen, habe ich gemerkt, meine Blase ist schon seit einiger Zeit geplatzt. Ich bin frei, meine Gedanken sind frei. Die Situation ist wie sie ist. Mental arbeitete ich daran, mich für das kommende Leid, besonders der jungen Menschen, abzuschotten. Ich bin nicht für die ganze Welt verantwortlich. Für mein soziales Umfeld fühle ich wie vor Corona, es spielt keine Rolle mehr, ob sie Impfling oder Bayern-Fan sind. Mir gegenüber bin ich im Reinen, ich habe getan, was ich konnte. Sollten sie Impfschäden bekommen, hoffentlich nicht, dann will ich nicht selbstgerecht sein (das wird mir schwerfallen), sondern für sie da sein.

      Man sollte bedenken, lebt man in der Blase und hadert gegen die Impflinge, macht man genau, was die Corona-Lügner wollen. Wir stellen uns auf eine Stufe mit den extremen Befürwortern.

      Wir sollten dankbar sein, dass wir die ganzen Lügen durchschaut haben, und bis jetzt widerstehen konnten, uns impfen zu lassen.

      • Ich verstehe was du meinst. Schön, dass du für dich einen gangbaren Weg gefunden hast.
        Für mich persönlich möchte ich sagen, dass ich schon lange vor Corona aus dem System heraus wollte und mich Schritt für Schritt wieder mehr meiner inneren Natur zugewandt habe. Für mich ist klar, dass ich in dieser schnelllebigen Überflussgesellschaft und vor allem in der immer digitaleren Welt nicht mitspielen möchte. Meine „Blase“ möchte ich also gar nicht verlassen 😉

  • Ich verstehe deinen Gedankengang sehr gut. Auch ich verspüre keine Lust auf ein Leben in dieser sogenannten „Neuen Normalität“. Die Freude am Leben kommt mir dabei abhanden.
    Lieber bleibe ich in meiner kleinen Blase und bewege mich auch nicht mehr aus dieser heraus. Allerdings sehe ich das Problem, dass so eine Gesellschaft aus immer mehr kleinen Blasen sich eben nicht mehr auf eine gemeinsame Demokratie und ein gemeinsames Rechtssystem einigen kann. Somit ist die Blasengesellschaft im engeren Sinn auch keine Gesellschaft mehr. Noch problematischer sehe ich die Tatsache, dass die Blasen nicht annähernd gleich groß sind sondern es eine riesige Mainstream-Blase gibt und viele kleine Blasen, die untereinander ebenfalls wieder uneinig sind. Ich bin auch nicht bereit, mich mit einer anderen dieser klleinen Blasen zu verbinden.
    Man hat das in Deutschland wunderbar bei der Wahl im September gesehen: Es gab eine Menge kleine neue Parteien, die gegen die Maßnahmen waren. Keine dieser Kleinstparteien war bereit, sich für die Wahl zusammenzuschließen und sich dabei auf das erstrangige Ziel der Abschaffung der Maßnahmen zu beschränken. In Österreich scheint das besser geklappt zu haben.

    • Stimmt, sehr guter Gedanke, mit einem Zusammenschluß hätten die Kleinstparteien mehr erreichen können. Und soviele Wählerstimmen wären nicht unnötig verpufft.

  • Mir ging es auch so, dass ich schon vor Corona die ganzen Gesellschaftsstrukturen angezwiefelt habe, dass die Staaten immer noch erlauben, dass Reiche auf Staatskosten sich Privatvermögen anhäufen dürfen, während andere nichts haben, usw.
    Zu deiner Überlegung, ob jemand von den Befürwörtern im Ernstfall für dich was tun würde, sehe ich hier die Problematik einer unterschiedlichen „Gesinnung“, nicht, dass es unterschiedliche Meinungen gibt. Bei unterschiedlichen Meinungen über die Impfung selbst kann man sich irgendwie zusammenraufen und irgendwelche Kompromisse eingehen, aber hier handelt es sich um inkompatible „Gesinnungen“.
    Du kannst zB auch keine Linksradikalen und Rechtsradikalen zusammenbringen. So ist es jetzt mit der „Impfpflichtgesinnung“. Solange jemand für sich frei entscheiden kann, ob er sich impfen läßt oder nicht, ist das für mich kein großes Problem. Wenn aber einige gut finden, dass andere zu ihrer Meinung gezwungen werden, ist das mehr als nur eine Meinungsverschiedenheit und dann steht man vor der Frage, ob man sich von denen, die mich zwingen wollen, im Notfall helfen lassen will. Sie scheinen ja davon nichts zu halten, anderen zu helfen, denn es geht ihnen darum andere zu ihrer Meinung zu zwingen. Würde sich ein Linksradikaler von einem Rechtsradikalen helfen lassen? Würde der das überhaupt tun?

    • Bitte entschuldigt meine Stakatto-Schreibstil. Ich habe schon seit den 90-Jahren den Glauben an eine gerechte Welt verloren. Beim Mauerfall habe ich mich darüber informiert, wer hinter der Fassade die Fäden zieht, nicht die Demonstranten haben den Mauerfall bewirkt. Das Geld ist bei den Ostdeutschen nie angekommen, sondern bei den Reichen. Ich habe mich von dem System schon lange verabschiedet, ich war nie auf WKW, Facebook, Twitter oder sonstwas, ich habe größtenteils bar bezahlt, ich habe Petitionen unterschrieben und gespendet. In den 90-zigern habe ich angefangen mich für das Gesundheitssytem zu interessieren und hinterfragt, z.B. in Nahrungsergänzungsmittel waren wenig Wirkstoffe drin, sie hatten also keinen Effekt, Dr. Rath wurde diffamiert (Falschmeldungen in Zeitungen), seine Arztzulassung wurde entzogen. Ich habe mich über Wasser- und Lebensmittelqualität informiert, Pestizide, kaum Vitamine. Ich habe mich über Atommüllendlager informiert, eins im Salzstollen, Fässer haben damal schon zu rosten angefangen. Ich habe mich über Elektrostrahlung informiert, und Lösungen für mein zu Hause gesucht. Ich könnte endlos fortfahren. Seit ich 30 bin habe ich mein Leben und sozialen Kontakte hinterfragt, seitdem breche ich oder reduziere meine Kontakte zu Menschen, die mir nicht gut tun. Zu meiner im Post genannten Freundin, habe ich kaum noch Kontakt, wenn sie die Impflicht will, werden ich sie nicht mehr sehen. Ich habe in einem Bericht gelesen, betrifft das Leben und natürlich auch die Corona-Situation, am weitesten kommt man mit FLEXIBILITÄT, d.h. nicht unterordnen, anpassen oder mitmarschieren, sondern die Situation beurteilen und zu reagieren. Dass kann sein, dass ich kämpfe, Konfrontation oder auch stillhalten, im Verborgenen agieren, einen Schritt zu Rück mache, manchmal meine Meinung ändere. Die Deutschen tun sich damit schon lange schwer, Diskussionen damals über Ladenöffnungszeiten, verschärfte Rauchergesetze. Starrheit bringt einen zu Fall. In einer Blase leben, heisst die Realität wie die Impflinge ausblenden. Ich agiere mit meiner Umwelt, momentan halte ich still, sollte die Impflicht kommen, trete ich vielleicht Sanus Religio bei und werde gegen meine Impflicht klagen.

      • Ich halte Tiere für die besseren Menschen, ich bin Veganerin. Und versuche mit der Natur im Einklang zu leben.

  • Mich ärgert, dass man gegen diesen ganzen Sumpf nichts machen kann, außer zu wählen, weil das wird bei uns ja noch nicht so richtig manipuliert, wie anderswo. Darauf bin ich gespannt, wie das in Ö wahlergebnismäßig weitergeht. In D scheint ja alles beim alten zu bleiben. Hier gewinnt die neugegründete MFG-Partei immer mehr Zulauf und soll sogar die absolute Mehrheit einer Großpartei in einem Bundesland zunichte machen können. In D erscheint mir Sarah Wagenknecht die „Vernünftigste“ zu sein, aber das wirkt sich glaub ich nicht bei irgendwelchen Wahlen aus.

  • Seit ihrem Interview vom 12.1.22 bin ich von Sarah Wagenknecht abgekommen. Sie sagt RNA-Impfungen würden vor schweren Verläufen der Viruskrankheit schützen, und rät älteren Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen zu der Impfung. Gerade diese Menschen haben ein geschwächtes Immunsystem und somit führt die schädliche Giftspritze oft zum Tod oder schweren Nebenwirkungen. Wagenknecht will auch nur einen Fuß in der Tür haben.

  • Ich weiß, dass das ganze jetzt zum „Glaubenskrieg“ verkommen ist und es grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen ist, wenn PolitikerInnen etwas sagen. Man kann leider nichts selbst überprüfen, die Studien kann man als Normalbürger nicht lesen und somit muss man irgendwem glauben. Ich nehme an, dass sie das, was sie sagt, mit Studien untermauern kann, deshalb glaube ich ihr mehr, als anderen. Studien sind aber auch nicht alles. Auch hat jemand bei mir generell durch eine gewisse Charakterlosigkeit verspielt, der jemand anderen unbedingt zu etwas zwingen will, und dem das überhaupt nicht spanisch vorkommt. Dem glaub ich sowieso nichts mehr.
    Wenn ich ihr also nur noch 50% von dem glaube, was sie sagt, und ich finde, ältere Menschen müssen jeder für sich auch ihr Nutzen/Risiko abwägen und sich informieren und dazu irgendwem irgendwas glauben, dann ist das immer noch 100% mehr, als ich anderen glaube. Ich finde, dass sie eigentlich fast durchgehend „vernünftig“ und plausibel rüberkommt, bei dem, was sie sagt, und das kann man dann auch noch selber hinterfragen. Bei anderen stellen sich schon wegen Hirnlosigkeit und Nicht-Nachvollziehbarkeit nach der ersten Sekunde die Haare auf, wenn sie was sagen.

  • In der Demokratie geht es auch leider immer um das geringste Übel, das einem zum Wählen bleibt, und da würde ich in D momentan die Linken wählen.

    • Mir gefällt die Partei die Basis, Fachgruppen bilden und Brainstorming. Aber es ist einfach so, dass die meisten Menschen korrumpierbar sind. Also müssten allgemein Gesetze geändert werden: Wahl alle zwei Jahre, kein Lobbyismus, keine Großspenden. Keine Wahlplakate mehr, jeder Partei die gleiche Sendezeit, u.s.w.

  • Kannte ich noch nicht, einen Ö-Ableger gibts auch. Hoffentlich zerstreut sich da nicht das Moment der Stunde in viele kleine „Splittergruppen“
    Deine Vorschläge klingen aber sehr vielversprechend, wie das Parteiprogramm der von dir neu gegründeten Partei, und sprechen vielen aus der Seele.

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