Ist meine Wirklichkeit wirklich wirklich?

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Ich empfinge eine zunehmende Diskrepanz zwischen meiner inneren Wirklichkeit und der äußeren. Wenn ich z.B. Menschen erlebe, die nach wie vor ihrer gewohnten Arbeit nachgehen, sehe ich, dass der Großteil dieser Menschen weiterhin in der alten Normalität zu leben scheint, nur mit dem unbedeutenden Unterschied, dass man halt nun Maske trägt und sich ab und zu mal testen lassen muss.

Meine eigene Realität empfinde ich komplett anders. Mein Auftrag ist mit Beginn der Corona-Maßnahmen weggebrochen. Neue Aufträge sind praktisch nicht zu bekommen in meiner Branche. Und ich kann mir auch gar nicht mehr vorstellen, in dieser Branche unter den jetzigen Bedingungen jemals wieder zu arbeiten. Ich lebe also seit März 2020 mehr oder weniger von meiner Altersvorsorge. Ich habe Angst vor meiner Zukunft. Angst vor einem Leben in Unfreiheit, unter dem Zwang der Impfung, Angst vor einer Regierung, die kompromisslos durchregiert und Angst vor einem Unrecht, gegen das man auch gerichtlich keine Chance mehr hat. Angst, dass ich fremdbestimmt werde durch immer enger werdende Gesetze, die meine persönlichen Entscheidungen einschränken. Angst, dass ich weder über meinen Körper noch über meine Daten noch irgendeine Kontrolle habe.

Wann hat das eigentlich angefangen? Zum großen Teil mit Corona. Aber waren da nicht schon vorher Momente, in denen mir mulmig wurde? Zum Beispiel, als mir klar wurde, dass Google mich gegen meinen Willen auf Schritt und Tritt verfolgt, dass über das Handy „mitgehört“ wird. Da waren so kleine Aha-Erlebnisse, wie damals, als mir auf dem privaten Handy booking.com als erstes ein Hotel empfahl, das sich genau auf der gegenüberliegenden Straßenseite meines Auftraggebers befand, zu dem ich nur auf dem Firmencomputer (auf dem ich nicht ein einziges Mal irgendeine Website über meinen Privataccount geöffnet hatte) am Vortag die Route herausgesucht hatte. Es existierte keine Verbindung zwischen meinem Firmenaccount und irgendeinem meiner Privataccounts. Dennoch wusste booking.com Bescheid. Woher?

In diesen wenigen Momenten sagte ich mir immer: sollen sie doch, ich habe nichts zu verbergen und ich bin eh so ein kleines Licht, dafür interessiert sich niemand.
So wie damals, als ich 13 war und ein Aufschrei durch die Presse ging, dass in den Umkleidekabinen von Boutiquen Frauen durch Gucklöcher gestalkt werden. Da dachte ich mir auch: sollen sie doch, wenn ihnen dabei einer abgeht.

Andererseits erinnerte mich das alles doch sehr an die Zeit im kalten Krieg, als meine Briefe von und nach Russland (damals noch Sowjetunion) regelmäßig geöffnet und mitgelesen wurden. Das war uns ja klar: der Klassenfeind liest mit. Aber nach der Wiedervereinigung machte ich mir erst mal keine Gedanken mehr darüber. Es war halt ein nettes Abenteuer gewesen früher zu Zeiten des kalten Kriegs.

So richtig unbehaglich fühlte ich mich dann erstmals, als plötzlich die meiste Software nur noch als Abo in der Cloud erworben werden konnte anstatt sie lokal auf dem eigenen PC zu installieren und dann auf immer und ewig zu besitzen.

Die nächste Stufe wurde erreicht, als ich als selbständige Unternehmerin plötzlich dazu verpflichtet war, meine Buchhaltung digital mit Nachverfolgungs- und Archivierungs-Konzept und Datenschutzverordnung zu gewährleisten. Das kann nicht mal ein Profi so einfach zusätzlich zum normalen Arbeitspensum schaffen, viel zu umfangreich die gesetzlichen Vorschriften und Pflichten. Mir dämmerte, dass diese Unmöglichkeit durchaus gewollt war. So ist automatisch jeder kleine Einzelunternehmer entweder gezwungen massive Summen für die IT und Buchhaltung auszugeben oder er macht sich automatisch strafbar. Das ist natürlich praktisch: damit ist er nämlich erpressbar!

Bisher konnte ich all diese Tatsachen noch gekonnt zur Seite schieben. Ich werde schon noch über die Zeit kommen, in wenigen Jahren sind Haus und Hof abbezahlt. Wenn ich dann 55 bin, kann ich die Firma schließen. Bis dahin werde ich schon noch durchhalten.

Dann kam Corona. Auf den fast abbezahlten Hof habe ich einen neuen Kredit aufgenommen, um möglichst normal weiterleben zu können, zumindest für eine begrenzte Zeit. Na ja, spätestens im Sommer kann ich sicher wieder arbeiten, muss ja nicht mehr so viel verdienen wie bisher. Aber Corona geht weiter, auch über den Sommer und auch über das gesamte nächste Jahr. Muss halt notfalls den Hof verkaufen und mir in Italien oder Russland oder Afrika oder Südamerika was Kleineres suchen. Wird schon irgendwie.

Aber in den letzten Wochen sind einfach zu viele rote Linien überschritten worden: zuletzt die nun wohl endgültig vor der Tür stehende Impfpflicht, die in Österreich schon beschlossen ist und in Deutschland inzwischen von einer überwältigenden Mehrheit gefordert wird. Die dann sicher umgehend auf die gesamte EU ausgedehnt wird.

Ich fühle mich komplett ausgeliefert, ohne Ausweg. Denn der Wahnsinn hat Methode und scheint wirklich global um sich zu greifen. Genug Geld, um mich in der nächsten Runde noch freizukaufen, habe ich nicht mehr. Das kleine Polster, das ich mal hatte, wird spätestens in einem Jahr aufgebraucht sein. Dann bin ich auf Gedeih und Verderb dem System ausgeliefert.

Ich befinde mich also in einer Paniksituation und bin dennoch erstaunlich ruhig – als wenn ich das alles irgendwoher aus dem Außen betrachte: Wenn ich jetzt nicht fliehe, dann kann ich nicht mehr, da mir das Geld ausgeht. Aber jetzt fliehen? Wohin? Und woher die Energie noch nehmen? Ich bringe es schon kaum noch fertig, täglich 2x den Stall auszumisten und die Tiere zu versorgen. Geschweige denn das Haus sauber zu halten.

Und irgendwie scheint der Rest der Welt die Veränderungen fast vollständig zu ignorieren, ich zweifle immer mehr an meinem Verstand. Sehe ich möglicherweise zu schwarz? Bin ich depressiv und kriege nur meinen Hintern nicht mehr hoch?

Mein Verstand sagt mir, dass die große Mehrheit noch nicht unmittelbar in ihrer Existenz bedroht ist und damit noch in der Verdrängung eine geeignete Möglichkeit findet, sich der Panik zu entziehen. Würde ich ja auch machen, wenn ich noch könnte. Aber ich bin schon raus. Zurück ins System ginge nur noch mit Impfung und einem Haufen Energie, den ich nicht mehr habe.

Ja klar, ich könnte versuchen meine Perspektive zu wechseln: Ich könnte MICH ändern. Mich nicht mehr davon schrecken lassen, dass die Impfung meinen Körper unwiderruflich verändert. Ist doch eigentlich auch irgendwie egal, woran ich am Ende sterbe. Vielleicht sollte ich die Verantwortung für meinen Körper tatsächlich dem Staat überschreiben. Dafür könnte ich mich dann vom Staat unterhalten lassen und mich selbst in meine tatenlose Depression zurück ziehen. Einfach vor die Glotze setzen, mit Chips und Schokolade.

Warum eigentlich meine Daten schützen? Sollen sie doch alle meine wirtschaftlichen und gesundheitlichen Werte kennen und auswerten. Alle Verantwortung abgeben. Sollen doch meine Besitzer sich um mich kümmern.

Für dieses System bin ich eh nicht mehr bereit den Buckel krumm zu machen und Steuern zu erwirtschaften. Dann könnte ich den Rest meines Daseins schön faul auf der Couch verbringen. Mit regelmäßiger Impfung bei schon in Folge einer früheren Virusgrippe vorgeschädigtem Herzen wäre dieser Rest wahrscheinlich bei Junkfood und fehlendem Lebensmut eh nicht mehr so sehr lang. Und es besteht auch kein Anlass mehr, dieses Dasein verlängern zu wollen. Weder durch gesunde Lebensführung noch durch andere Maßnahmen.

Vielleicht habe ich mich einfach das ganze Leben viel zu sehr darauf konzentriert, etwas zu erarbeiten, etwas zu erschaffen, das Bestand hat. Vielleicht geht es ums Loslassen. Vielleicht geht es darum, zu sein und nicht darum, zu tun oder gar zu erschaffen. Vielleicht geht es um das Leben in der Gegenwart und nicht um Fortschritt und Zukunft.

Noch weigert sich mein Verstand, diesen Weg einzuschlagen. Noch fühle ich mich verantwortlich für meine Tiere und meine Mitbewohner hier am Hof. Ich bringe es nicht übers Herz, diese alle einem ungewissen Schicksal zu überlassen. Und noch möchte ich meinen zwar schon erwachsenen Kindern den ruhenden und sicheren Pol, diesen Rückzugsort nicht entziehen.

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  • Hallo Zenzi, das ist ein wirklich interessanter Beitrag, den ich gerne gelesen habe. Wenn dein Bild der Wirklichkeit nicht stimmt, stimmt meines auch nicht. Da haben wir also etwas gemeinsam. Diesen Fatalismus, den du da so beschreibst, erlebe ich an mir auch. Der hat außerdem so gut wie jeden ergriffen, der sich gerade in meinem persönlichen Umfeld bewegt. Man hat einfach keinen Bock auf gar nichts mehr. Und irgendwie habe ich immer den Eindruck, das einzige, was auf dieser Welt – neben der Familie – überhaupt noch zählt, ist der Kampf gegen diesen aufbrandenden Faschismus. Ich habe früher immer gedacht, wenn so etwas mal kommt, ducke ich mich halt weg und mache mich unsichtbar. Das kann ich aber nicht, wie ich in den letzten fast zwei Jahren gelernt habe. Und wer weiß? Vielleicht ändert sich ja bald doch wieder etwas zum Guten…

    • Ja, bei mir sind es Familie und meine Tiere. Für Kampf habe ich derzeit so gar keine Energie. Ich befinde mich aber generell eher in einer Lebensphase des „Abwartens“. Fällt mir nach fast 50 Jahren des ständigen Kampfs etwas schwer. Aber es fühlt sich für mich nur folgerichtig an, jetzt mal nicht aktiv zu kämpfen sondern abzuwarten und dann zu re-agieren. Ich habe das Gefühl, die mir sowieso fehlende Energie sonst im vorauseilenden Kampf sinnlos zu verpulvern. Dabei werde ich die Restenergie für das Re-Agieren noch dringend benötigen. Geduld auf den richtigen Zeitpunkt zu warten … tja, Geduld war bisher eher nicht meine Stärke 😉

  • Ich glaube, wir alle hier bei Natwork können nicht verstehen, wie Leute sich zurücksehen nach dem alten Leben und glauben, mit Spritzen und Unterwerfung unter eine Obrigkeit bekommen sie das wieder. Wir aber können und werden uns nicht unterwerfen. Ich hab auch oft Angst vor den Sachen, die du beschreibst. Aber immer wieder kommt eine innere Stimme, die sagt: Es geht nicht, du kannst dich nicht unterwerfen und etwas machen, was du nicht willst. Das sind Naturgesetze. Man kann mich mit Gewalt zwingen, aber ich gebe trotzdem nicht nach. Meine Seele ist frei und wird es immer bleiben. Das macht mich über jeden Zweifel erhaben. Ich glaube, die meisten hier wissen was ich meine. Die Anderen, die sich mal schnell impfen lassen, damit sie wieder ausgehen können usw. verstehen und fühlen das nicht. Sie verstehen es nicht. Auch das sind Naturgesetze. Hat nichts mit Intelligenz zu tun. Geht mitten durch Familien, Freundschaften, etc.

    • Ja – Ohnmacht und Fatalismus breiten sich aus. Verständlich, in Anbetracht der heftigen Dauerpropaganda. Aber ich wiederhole, was ich schon gestern in einem Post geschrieben habe: Am Ende gehen alle Imperien unter. Auch wenn es ein wenig dauert. Wir sind mehr. Und Untersuchungen zeigen, dass bereits 3,5% einer Bevölkerung ausreichen, um ein System in die Knie zu zwingen. Sie müssen nur standhaft, friedlich und laut bleiben. Ich schöpfe daher viel Eigenmotivation aus dem Versuch, täglich der Typ auf diesem Foto zu sein. Denn es ist immer noch besser stehend unterzugehen als auf Knien zu leben 😉

  • Liebe Zenzi,
    danke für deine Ehrlichkeit und deine Offenheit. Ich weiß, das erfordert viel Mut. Obwohl sich unsere Lebensumstände doch sehr unterscheiden, sehe ich meine Gedanken- und Gefühlswelt in vielen deiner Aussagen wieder und mir brannte es in den Fingern dir einen seitenlangen Text als tröstenden Kommentar zu schreiben, in dem ich auf alle deine Punkte und Fragen eingehen wollte. Doch ich habe das Gefühl, es ist gerade angebrachter, dir kurz und prägnant einen Abschnitt aus der Bibel mit auf deinen Weg zu geben. Er hilft mir immer, wenn ich drohe mich in meinen Ängsten zu verlieren, wenn ich an das denke, was noch vor uns liegen könnte.
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    Gott spricht: Ich, ich bin es, der euch tröstet. Wer bist aber du, dass du dich vor dem sterblichen Menschen fürchtest, vor dem Menschenkind, das wie Gras dahin gegeben wird, und dass du den Herrn vergisst, der dich gemacht hat, der den Himmel ausgespannt und die Erde gegründet hat? Und allezeit, den ganzen Tag, fürchtest du dich vor dem Grimm des Bedrückers, wenn er sich rüstet, um zu verderben. Wo ist denn nun der Grimm des Bedrückers? Der in Ketten Gekrümmte wird schnell losgemacht, damit er nicht umkommt in der Grube, noch an Brot Mangel leidet.
    aus Jesaja Kapitel 51 die Verse 12 bis 14

    • Lieber Marc,
      danke für deine Worte. Leider kann ich mit diesem Bibelzitat im Moment so gar nichts anfangen. Es hat bei mir keinerlei Resonanz ausgelöst. Wobei ich jahrelange Erfahrung mit dem Bibelstudium und vor allem auch mit dem Inbezugsetzen von Bibelversen zum täglichen Leben habe. Ich habe in meiner Jugend sowohl einige Jahre im Neukatechumenat als auch in einer sehr progressiven katholischen Pfarrgemeinde als Ministrantin und Jugendleiterin verbracht.
      Nach wie vor sehe ich die Bibel als auch viele andere Schriften als gute Weisheitssammlungen. Allerdings, wie oben schon gesagt: in diesem Fall kann ich mit dem Zitat leider nichts anfangen.
      Im übrigen empfinde ich (alle) Religion eher als weltweit meist missbrauchtes Mittel, das Volk klein und gefügig zu halten.

      • Hallo Zenzi,
        entschuldige bitte, es hat etwas gedauert, bis ich wieder Zeit hatte zu schreiben. Danke für deine Antwort. Ich hatte dir die Bibelstelle geben, weil ich es passend für unsere derzeitige Situation finde.
        Für mich lese ich raus: Wir brauchen keine Angst vor den Bosheiten der Menschen haben, denn sie sind genauso vergänglich wie wir. Wir sollen uns auch nicht den ganzen Tag mit den „Bedrückern“ beschäftigen, sondern uns Gott zuwenden, denn er sagt uns zu, dass er unser Tröster ist, und das macht mir Mut erhobenen Hauptes weiter zu gehen, ungeachtet dessen was da noch an Böses und Leid kommen mag. Was übrigens so ziemlich den gegenteiligen Effekt hat, als mich klein und gefügig zu halten😁
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        Toll finde ich es auch, dass du schon so viel Zeit mit der Bibel verbracht hast. Was hat dich denn dazu gebracht und hat es dir geholfen?
        Mit der katholischen Kirche habe ich bisher jedoch noch keine Berührungspunkte gehabt, weshalb ich es mal spannend finden würde, wenn du mir etwas von deinem Dienst und deinen gewonnen Eindrücken berichten könntest.
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        Wollen wir das Gespräch hier fortführen oder lieber privat? Vorausgesetzt du hast überhaupt Lust drauf. Das darfst du natürlich entscheiden. Einen schönen Abend noch!

      • Diskussion und Austausch über Religion lieber in privatem Chat 😉

  • Wir können aufhören, etwas zu erschaffen, für das System da zu sein. Wir können und sollen im Hier, im Jetzt leben. Aber ohne klein beizugeben, ohne uns zu krümmen und aufzugeben.
    Das alte Leben, nein danke, ich will es nicht zurück. Mit Leuten, die ich mag, die denken und fühlen und ganz Mensch sind, mit diesen Leuten will ich weiterleben, und wenn wir ein Paralleluniversum erschaffen.

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